CDU Wettenberg im Gespräch mit Anwohnern der Oberen Wiesenstraße in Krofdorf-Gleiberg

Schon zum dritten Mal sind Vertreter der örtlichen CDU vor Ort, um mit den Anwohnern zu sprechen. Anlass ist ein erneuter Bebauungsplan- Entwurf eines örtlichen Investors zur Bebauung

 

Die unendliche Geschichte hat eine Fortsetzung: Der Investor legte dem Bürgermeister der Gemeinde Brunner Ende Mai einen neuen Bebauungsplanentwurf vor. Dem Ausschuss für Bauen, Verkehr und Infrastrukturentwickung wurden die Unterlagen (Lageplan, Anschreiben und Querschnittszeichnungen) in der Ausschusssitzung mit Juni präsentiert.

 

Es geht um eine Grünfläche der Größe von ca. 7000qm. Die Grünfläche dient als Lärmschutzpuffer (Abstands- und Rücksichtnahmegebot) zwischen dem allgemeinen Wohngebiet „Baumäcker“ und dem Gewerbegebiet Heggraben/Hauptstraße. So hatte die Gemeinde 2007/2008 beschlossen und in einem Umweltbericht aus dem Jahre 2008 festgelegt. Gerne wären die damaligen Besitzer der Grünflächen/Ackerflächen mit ihren Grundstücken in das Baugebiet aufgenommen worden. Die Entscheidung fiel auf der Basis eines Umweltgutachtens: Entweder ein hoher Lärmschutzdamm oder genügend Abstand zwischen Gewerbegebiet und Wohngebiet. Vor diesem Hintergrund und der Zusicherung der Gemeinde, dass die Grün- und Ackerfläche nicht bebaut wird, haben ca. 7 Bauherren die Randgrundstücke im Wohnbaugebiet "Baumäcker" erworben.

 

Was damals wahr ist, soll heute nicht mehr gelten. Offenbar gilt: Es gilt das gebrochene Wort.

 

Die damaligen Besitzer der Grundstücke haben offenbar ihre Grundstücke - so wird berichtet - an einen Investor veräußert, der jetzt die Grün- und Ackerflächen für eine Wohnbebauung herrichten will. Zwischenzeitlich gibt es drei Entwurfspläne, eine wissenschaftliche Planung der THM (im Rahmen des Masterplanes 2030) und der aktuelle Plan vom 21. Mai 2021.

 

Die Anwohner haben sich in eine Interessengruppe von über 100 Personen zusammengeschlossen, um die geplante Bebauung zu verhindern. Auch dieser Plan fügt sich nicht in die vorhandene Bebauung "Baumäcker" ein. Der Lärmschutz dazwischen ist nicht gegeben. War es im 1. Plan noch ein hoher Wall, danach eine 4,50 Meter hohe und 120 Meter lange Lärmschutzwand ist jetzt eine besondere Lösung: Die entlang des Heggraben angeordneten Wohnhäuser, ähnlich einer Reihenhausbebauung, bilden mit den dazwischen liegenden Garagen und einer hohe Wand den Lärmschutz.

 

D.h. durch passive Lärmschutzmaßnahmen (Lämschutzfenster, dickere Wände, besondere Anordnung der Wohnräume) sollen die Häuser selbst die Lärmschutzproblematik lösen. Im Lärmschutzgutachten ist eine 4 Meter Lärmschutzwand unzulässig. Jetzt sollen die ca. 10 Meter Firsthöhe und mehr hohe Häuser diese Funktion selbst erfüllen. Schöner Wohnen ist angesagt. Darüber hinaus ragen die geplanten Häuser, da sie auf das jetzige Straßenniveau gebaut werden sollen, erheblich hervor. Die Firsthöhe im Wohngebiet Baumäcker liegt bei max. 7,5 m und überdimensionierte Gebäude aus städtebaulichen Gründen untersagt.

 

Der ausreichende Abstand zum Gewerbegebiet und Immissionsschutz, ist so nicht gewährleistet.

Ungeklärt ist auch die Trink- und Löschwasserversorgung, zumal etwa die Hälfte der Gebäude im Wohngebiet "Baumäcker" seit 2008 über einen geringen Wasserdruck klagen, wenn die geplante Bebauung mit den entsprechenden Wohneinheiten an die Wasserversorgung angeschlossen werden sollte.

 

Die Grün- und Ackerfläche hat auch darüber hinaus die Funktion einer Frischluftschneise für den innerörtlichen Bereich

Unklar und nicht hinnehmbar bleibt auch die Verkehrsanbindung. Der gesamte Verkehr einschließlich der Versorgung des Gebietes erfolgt durch die Haupt-, Wiesen- und Kattenbachstraße, die jetzt schon überlastet sind. Städtebaulich ist nicht nachvollziehbar, dass dies eine Potentialfläche sein soll, wenn am Ende des Ortes eine Wohnbebauung geplant wird, zumal aufgrund der Grundstückspreise wohl keine Wohnbebauung für 7 € pro qm (sozialer Wohnungsbau) realisierbar sein wird.

Wurde zunächst die Verkehrsanbindung über die nördliche Wiesenstraße geführt (Anliegerstraße mit Poller), erfolgt jetzt die Anbindung durch das Gewerbegebiet, was zunächst als nicht möglich dargestellt wurde.

 

Unklar bleibt auch die Anbindung und Abführung des Schmutz- und Oberflächenwassers. Da das besagte Gebiet sich erheblich in Richtung Süden und Osten neigt, müssen die Abwässer um das jetzige Wohngebiet "Baumäcker" geführt werden.

 

Die nördliche Wiesenstraße ist nur bis zu den Pollern grundlegend ausgebaut. Die Straße entlang der geplanten Häuserreihe muss grundlegend erneuert bzw. und mit aller Versorgungsleitungen (Wasser, Strom, Internet, Telefonie u.a.) ausgestattet werden. Die grundlegende Erbauung haben die Anlieger etwa auf einer Länge von 250 Meter bis zum Wendehammer bzw. Feldweg zu tragen und/oder sie werden von den erschließungskosten befreit, so dass die Allgemeinheit dies zu bezahlen hat.

 

Aufgrund der geneigte Lage müssen in das geplante Bebauungsgebiet sogenannte Terrassen/Stützmauern für eine ebene Bebauung eingezogen werden, was ausdrücklich im benachbarten Wohngebiet "Baumäcker" aus Naturschutzgründen untersagt wurde.

(Fortsetzung folgt)!

 

Ihr Andreas Heuser

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